Vegane Spaghetti Carbonara mit Tomaten-Speck

01. November 2022

Was macht eine traditionelle Carbonara aus?

1. Die Pasta: Schonmal auf eure Spaghetti Verpackung geschaut und dabei den Zusatz al Bronzo gelesen? Nein? Habe ich ehrlicherweise zuvor auch nichts von gehört. Umso besser zu wissen, dass unsere Pasta durch eine Bronzescheibe gedrückt wurde, welche eine besonders schön raue Oberfläche erzeugt. Ein absolutes Qualitätsmerkmal, denn die angeraute Oberfläche sorgt für eine gute Saugfähigkeit und somit einer guten Aufnahme der Soßen.

2. Der Schinken: wenn wir über die traditionelle Carbonara sprechen, sollten wir auch über den Speck sprechen. Denn dieser gehört einfach dazu. Ein No-Go ist  ein Kochschinken – soviel ist schonmal klar. Wobei mein persönliches No-Go schon ein wenig früher ansetzt (wenn ihr versteht, was ich meine) 😅 Der Italiener verwendet am liebsten Guanciale oder Pancetta. Beides vom Schwein und beides luftgetrockneter Schinken. Für unsere veganisierte Variante aber ganz hilfreich zu wissen, da der hohe Anteil an Fett in diesen beiden Schinken ist super wichtig, um am Ende einen authentischen Geschmack zu erlangen. So ersetzen wir diesen nachher durch Olivenöl.

Die vegane Speck Alternative: wir bereiten unseren veganen Speck aus getrockneten Tomaten zu. Auch Räuchertofu hat sich bereits bewährt, jedoch mag ich den Geschmack von gereiften Tomaten total gern und wollte so mal ein wenig Abwechslung in die Küche bringen. Mit etwas Öl, Sojasoße und geräuchertem Paprikapulver wird das ganze scharf angebraten und anschließend auf unserer Carbonara drappiert. Für die Extra Räuchernote könnt ihr Liquid Smoke verwenden. Ich weiss aber, dass man es im Supermarkt schwer bekommt. Wenn ihr kein Problem damit habt Online zu ordern, dann gibt es eurem Tomaten-Speck sicherlich eine passende Note. Ich verwende es recht häufig für jegliche Art von Fleischersatz, so macht es vielleicht Sinn eine größere Flasche zu bestellen und diese dann für längere Zeit parat zu haben. Liquid Smoke wird sehr sparsam verwendet und ist somit super langlebig. 

3. Der richtige Käse: Super wichtiges Merkmal einer klassischen Carbonara ist selbstverständlich der Käse. Hier wird traditionell der italienische Hartkäse Pecorino verwendet. Je älter der Pecorino je mehr bilden sich Salzkristalle an der Oberfläche. Ist das der Fall gilt er als zu reif. Für eine Carbonara wird ein mittelater Pecorino empfohlen.

Die vegane Käse Alternative: Ich werde den Käse durch eine industriell hergestellte, vegane Alternative zu Parmesan ersetzen. Einfach weil ich das Rezept auch für Anfänger und Menschen mit begrenzter Zeit attraktiv gestalten möchte. Wollt ihr jedoch eine selbstgemachte Variation probieren, dürft ihr gerne mal Cashew Parmesan bei Google eingeben. Hier gibt es unzählige, wirklich gelungene Varianten. 

Die Soße: Finger weg von Sahnesoßen, hier würde wahrscheinlich jeder Italiener die Stirn runzeln. Denn eine traditionelle Carbonara besteht aus einer Pastawasser – Ei – Parmesan – Mischung, welche ohne Sahne auskommt. Für die Cremigkeit ist die Bindefähigkeit des Eies und das stärkehaltige Pasta-Kochwasser verantwortlich. 

Die vegane Soßen Alternative: ich habe mich für den veganen Parmesan von Simply V entschieden. Allerdings schmeckte mir auch Violife super. Ist der vegane Parmesan auf Cashew Basis und enthält ordentlich Hefeflocken, schmeckt er recht authentisch! Pastawasser bleibt Pastawasser und das Ei wird einfach weggelassen, denn die Cremigkeit der Soße wird auch so ganz wundervoll. Für die leicht flockige Konsistenz habe ich ein paar gemahlene Mandeln verwendet. Ihr könnt natürlich auch Mandelmehl kaufen. Ist aber sicher kostengünstiger, einfach geschälte Mandeln zu mahlen/fein zu hacken. Ganz wichtig ist aber noch Kala Namak, denn das Räuchersalz ersetzt uns eins zu eins den Ei-Geschmack und dieser ist, (wie ich finde) mega wichtig. Um dem veganen Käse noch einen zusätzlichen „Käse Boost„ zu geben, verwende ich noch 2 El Hefeflocken (diese bekommt ihr übrigens sogar mit B12 angereichert). Am Ende darf noch eine Prise Kurkuma (wirklich nur eine Mini-Klitzekleine Prise) dazugegeben werden, um einen Hauch Färbung zu erzeugen. 

Vegane Spaghetti Carbonara mit Tomaten-Speck

Es gibt ja bereits einige veganisierte Versionen des Klassikers. Mir fehlte allerdings immer das gewisse Etwas - sowohl in der Textur als auch im Geschmack. Mit heutigem Rezept möchte ich euch voller Stolz meine neue Carbonara präsentieren. Eine Prise Kala Namak bringt uns den Ei-Geschmack und Mandelmehl, sowie veganer Parmesan und Hefeflocken erinnern in Konsistenz und Würze an das Original.
Vorbereitungszeit10 d 15 Min.
Gericht: Hauptgericht
Portionen: 4 Portionen

Zutaten

  • 400 g Spaghetti mit 2 EL Salz gekocht
  • 550 ml Pasta Kochwasser
  • 70 g Mandelmehl oder frisch gemahlen
  • 2 Tl Kala Namak
  • 1 Prise Kurkuma
  • 1 Prise Muskat
  • 2 El Hefeflocken
  • 200 g veganer Parmesan (zum Beispiel Simply V)

Der Tomaten Speck

  • 100 g getrocknete Tomaten halbiert
  • 1 El Öl
  • 2 Tl Sojasoße
  • 2 Tl Speisestärke
  • 1 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • 1/2 Tl Kokosblütenzucker
  • 0,5 Tl Liquid Smoke (Optional)

Anleitungen

  • Vermenge die Tomaten mit den restlichen Zutaten und lass sie für 20 Min ziehen. 
  • Erhitze eine Pfanne und brate die Tomaten (samt der Marina) bis sie leicht bräunen. Stelle sie beiseite.
  • In einer Schüssel vermengst du nun das Pasta Kochwasser, Kurkuma, Muskat, Kala Namak, Hefeflocken, Parmesan und Mandeln. Schmecke mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer ab.
  • Gib die Soße in eine tiefe Pfanne und koch sie kurz auf. Heb die Pasta unter und serviere alles mit dem Tomaten Speck

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